Landesverband Bremen e.V.

Bevölkerungsschutz

In Katastrophenlagen bewahren wir Überblick. Der Bevölkerungsschutz des ASB Bremen

Im Fall von Großschadens- oder Terrorlagen, extremen Wetterereignissen, Bränden oder Unfällen mit vielen Beteiligten wird der Bevölkerungsschutz des ASB Bremen aktiv. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer sorgen dann für die medizinische Erstversorgung der Verletzten und errichten Behandlungsplätze.

Helferinnen und Helfer der Schnell-Einsatz-Gruppe des ASB Bremen. © Julian Thies

Katastrophenschutz (KatS)

Katastrophen- und Zivilschutz können unter dem Oberbegriff „Bevölkerungsschutz“ zusammengefasst werden. Unter den „Bevölkerungsschutz“ sind funktionell alle Planungen und Maßnahmen zu fassen, die sowohl in Friedenszeiten als auch im Krieg dazu dienen, Schäden durch Katastrophen – unabhängig von ihrem Ursprung – zu verhindern, zu mildern und zu beseitigen.

Während von Katastrophenschutz gesprochen wird, wenn es um den Bevölkerungsschutz in Friedenszeiten geht, ist unter Zivilschutz der Bevölkerungsschutz im Verteidigungsfall zu verstehen. Der Katastrophenschutz dient dem Schutz der Allgemeinheit vor Gefahren und Schäden, die durch Katastrophen hervorgerufen werden. Er umfasst die Vorbereitung der Katastrophenabwehr und die Bekämpfung von Katastrophen. (Quelle: Senator für Inneres)

web_SEG_Logo.pngSchnell-Einsatz-Gruppen (SEG)

Kommt es in Bremen zu einem so genannten „Massenanfall von Verletzten und Erkrankten“ (MANV) kann der Stadtrettungsdienst je nach Anzahl der Verletzten / Erkrankten das zusätzliche Einsatzaufkommen ohne Unterstützung kaum bewältigen. Für diese besondere Situation kann die Feuerwehrleitstelle die ehrenamtliche Unterstützung von Schnell-Einsatz-Gruppen der Bremer Hilfsorganisationen anfordern. Je nach Einsatzlage werden diese zusätzlichen Unterstützungseinheiten per SMS oder Funkmeldeempfänger (Pieper) alarmiert.

Jeder kennt die Bilder der jüngsten Vergangenheit aus dem Fernsehen oder der Zeitung: Massenkarambolagen auf der Autobahn, Zugunglücke, Brände in überfüllten Diskotheken, Flugzeugabstürze oder ähnliches. Plötzlich muss eine Vielzahl von Verletzten medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden; andere Opfer müssen noch aus Wracks oder Trümmern befreit werden.

In solchen Situationen, die im Fachjargon „Großschadensfall“ oder „MANV (Massenanfall von Verletzen)“ genannt werden, stößt auch der normale Rettungsdienst, dessen Personal- und Fahrzeugausstattung ja nur auf das „alltägliche Normalgeschäft“ der Stadt oder Region zugeschnitten ist, schnell an seine Grenzen.

Um den beteiligten Bürgern in solchen Fällen trotzdem schnelle und vor allem wirkungsvolle Hilfe zukommen lassen zu können, sah sich auch der Arbeiter-Samariter-Bund als Hilfsorganisation in die Pflicht genommen und hat so genannte „Schnell-Einsatz-Gruppen“ (SEG) in ganz Deutschland gebildet. Hierbei handelt es sich um Gruppen mit rein ehrenamtlichen, rettungsdienstlich ausgebildeten Helferinnen und Helfern (z.B. "), die mittels Funkmeldeempfängern, sog. „Piepsern“, jederzeit von der Rettungsleitstelle alarmiert werden können, um „im Falle eines Falles“ sofort eingreifen und optimal helfen zu können. Eine Schnell-Einsatz-Gruppe ist auf gar keinen Fall eine Konkurrenz zu vorhandenen Rettungsdienststrukturen, sondern eine notwendige Entlastung und Ergänzung.

IMG_6183.JPGSchnell-Einsatz-Gruppen (SEGen) unterstützen die Einsatzkräfte logistisch, sorgen für Nahrungsmittel und helfen bei der medizinischen Versorgung, dem Transport in umliegende Krankenhäuser und der psycho-sozialen Betreuung der Betroffenen.  

In den Einsätzen der vergangenen Jahre war vor allem Engagement und Fachkompetenz, sowie die technische Ausstattung des ASB Bremen (Krankenwagen, Rettungswagen und medizinisches Equipment) eine wichtige Voraussetzung zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben im Katastrophenschutz.

Diese Leistungen sind nur möglich, weil sich Bremer Bürgerinnen und Bürger im ASB-Katastrophenschutz ehrenamtlich engagieren. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Partnern weiterer Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und der Polizei in Bremen. Der ASB Bremen verfolgt dabei die nachhaltige Zukunftssicherung um in Großschadenslagen Hilfe leisten zu können, wenn sie nötig ist.

Eine rechtzeitige Warnung vor drohenden Unwettern durch den SMS-Unwetterwarndienst des ASB kann Leben retten. Deshalb werden Mitglieder über gefährliche Wetterlagen informiert und können so selbst zum Bevölkerungsschutz beitragen. Ganz einfach, indem sie als ASB-Unwetterwarner die Nachricht an Freunde, Nachbarn und Bekannte weiterleiten.

Die Medizinische Task Force des Bundes (MTF)

Die MTF ist eine bundesweit im Aufbau befindliche arztbesetzte sanitätsdienstlich taktische Einsatzabteilung mit Spezialfähigkeiten im Zivilschutz und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe des Bundesministeriums des Innern. Die Konzeptentwicklung und Bereitstellung der Ausstattung werden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn geleistet.

Die MTF ist nicht für den Einsatz vor Ort konzipiert, sondern um überörtliche Hilfeleistungen im Zivilschutzfall und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) zu stellen. Dies insbesondere in der Schutz- und Versorgungsstufe 3 und 4, in dynamischen Flächenlagen bei zu erwartender zerstörter Infrastruktur. Der Grundschutz in Form des Regelrettungsdienstes und des Katastrophenschutzes ist in solch einer Situation überlastet und die Ressourcen ausgeschöpft.

Die Aufgaben der MTF im Zivilschutzfall und der bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe beinhalten:

  • Dekontamination Verletzter
  • Aufbau und Betrieb einer Verletztendekontaminationsstelle
  • Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes
  • weiträumiger Patiententransport

Zur Bewältigung von komplexen katastrophenmedizinischen Schadenslagen ist die MTF in fünf Teileinheiten untergliedert, die einen modularen Aufbau erlauben:

  • Führung
  • Dekontamination Verletzter
  • Behandlung
  • Patiententransport
  • Logistik

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 

 

Ihr Ansprechpartner für dieses Thema

Maik Stilke

Bereitschaftsführer

Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Bremen
Bremerhavener Straße 155, 28219 Bremen

Telefon: 0421 3 86 90-631 / Mobil: 0151 12 75 79 19 , Telefax: 0421 3 86 90-644
E-Mail: bereitschaftsfuehrung(at)seg-bremen.de

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