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Biografie: Emin da Silva

Emin da Silva wurde 1973 in der Türkei geboren und ist in einer Großfamilie mit 14 Geschwistern in einem kleinen Dorf im Osten des Landes aufgewachsen. Seine Kindheit war geprägt durch den türkisch-kurdischen-Konflikt, der ihn kurz vor seiner Militärverpflichtung im Jahre 1991 schließlich zur Flucht nach Deutschland bewegte.

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ASB-Mitarbeiter Emin da Silva. © Julian Thies

Emin da Silva wurde 1973 in der Türkei geboren und ist in einer Großfamilie mit 14 Geschwistern  in einem kleinen Dorf im Osten des Landes aufgewachsen. Seine Kindheit war geprägt durch den türkisch-kurdischen-Konflikt, der ihn kurz vor seiner Militärverpflichtung im Jahre 1991 schließlich zur Flucht nach Deutschland bewegte.

Alleine unter 70 Flüchtlingen machte sich Emin da Silva auf den Weg zu einer über 40 Tage dauernden Flucht, bei der er bereits große Strecken zu Fuß hinter sich brachte. In Deutschland begegnete ihn eine fremde Kultur, so dass er sich anfangs nur mit seinen Landsleuten umgeben hat. Schon damals war Sport für ihn ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.

Da er als Asylbewerber mehr als 10 Jahre lang keiner Arbeit nachgehen durfte, widmete Emin da Silva, der eigentlich in Istanbul ein Sportstudium nach seinem Schulabschluss beginnen wollte, dem Sport seine besondere Aufmerksamkeit. Als junger Mann, der seine vorherigen Ziele in der neuen Welt nur begrenzt verfolgen konnte, tat er sich lange schwer seinen Status als Asylbewerber hinzunehmen. In verschiedenen Bremer Sportvereinen spielte Emin da Silva Fußball. In einem dieser Vereine lernte er nach drei Jahren in Deutschland viele Menschen kennen, die ihn dabei unterstützten Deutsch zu lernen. Für ihn im Nachhinein eine wichtige Entscheidung, sich später als vollwertiges Mitglied in der Gesellschaft einzufinden.

Emin da Silva lebte in diversen Asylbewerberheimen in Bremerhaven und Bremen-Hemelingen und durfte, nachdem er in einer Praktikumsmaßnahme dem Anleiter positiv aufgefallen war, 1998 eine schulische Ausbildung zum Tischlergesellen beginnen. Nach seiner Lehre arbeite da Silva in unterschiedlichen Bereichen z.B. als Tischlergeselle an der Universität Bremen, als Aushilfskraft auf dem Bremer Freimarkt und dem Weihnachtsmarkt und für ein Jahr war er sogar Betreiber eines kleinen Kiosks in der Bremer Innenstadt.
In seiner Zeit als Asylbewerber sollte Emin da Silva zwei mal abgeschoben werden, was er mit Hilfe befreundeter Anwälte jedoch erfolgreich verhindern konnte. Die ständige Angst vor Abschiebung begleitete ihn während dieser schwierigen Phase seines Lebens: „Der Sport hat mir den nötigen Halt in den zehn Jahren meines Asylverfahrens gegeben. Ich sehe mich heute als Botschafter für Völkerverständigung und Frieden über meine Leidenschaft, den Sport. Sport dient als universelle Sprache und als Instrument zum Dialog zwischen Menschen unterschiedlichster Nationen und Kulturen.“

Im Jahr 2010 entschloss sich Emin da Silva seine Begeisterung für Sport für die internationale Völkerverständigung zu nutzen und entschied sich für einen Lauf auf die höchste Düne in Namibia (108 km) bei 52 °C und einer zu überwindenden Höhe von 1.700 Meters. Damals arbeitete da Silva in einem Fitnessstudio in der Bremer Neustadt und bereitete sich in einer 80 °C heißen Sauna des Fitnessstudios in mehreren zweistündigen Trainingseinheiten vor. Bei seinem Besuch in Nambia erfuhr da Silva großes mediales Interesse und nutze diese Aufmerksam bei jeder Gelegenheit um auf die Armut in Namibia hinzuweisen. Den Lauf in Namibia wiederholte da Silva nochmals im Jahr 2011. Ebenfalls lief er 627 Minuten auf einem Laufband für die 209 Länder der Erde (3 Minuten für jedes Land). Gleichzeitig liefen 209 Kinder aus aller Welt jeweils 3 Minuten mit ihm auf einem zweiten Laufband mit.

Zwischen den größeren Laufaktionen beteiligte sich da Silva bei einer Vielzahl gemeinnütziger Marathonläufe oder initiierte selbst Laufaktionen für gemeinnützige Zwecke. Den Bremen-Marathon lief er sogar mehrfach rückwärts und überholte dabei sogar viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Sein größter Lauf, den er selbst „Lauf seines Lebens“ nennt, war der zwischen Bremen und Istanbul. In 67 Tagen wollte da Silva die Strecke von mehr als 2.700 km hinter sich bringen. Leider wurde ihm die Einreise in seine ehemalige Heimat an der türkischen Grenze verwehrt. Bis heute wurde ihm keine Begründung dazu mitgeteilt. Laut eigener Aussage wurde die sportliche Botschaft verkannt und eine regierungskritische Aktion vermutet. Während seines Laufes erfuhr er erneut nicht nur mediales Interesse, sondern wurde an vielen Orten seine Reise von Bürgermeistern, Kindern und Erwachsenen unterschiedlichster Kulturen begrüßt und mehrfach auch für einige Kilometer begleitet. Viele Skeptiker hatten nicht daran geglaubt, dass Emin da Silva 67 Marathons am Stück schaffen könnte. Emin da Silva konnte alle vom Gegenteil überzeugen.

Den Arbeiter-Samariter-Bund hat Edmin da Silva zuerst durch dessen Sanitätsdienste auf größeren Veranstaltungen wahrgenommen. Zum 100-jährigen Jubiläum des ASB Bremen im Jahr 2012 ist da Silva über die Presse auf die vielfältigen Angebote der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation im Lande Bremen aufmerksam geworden. So kam es dazu, dass Emin da Silva heute in der Bremer ASB-Gesellschaft für Zuwandererbetreuung mbH als Jugendbetreuer in einem Wohnheim für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge arbeitet. „Durch meine tägliche Arbeit in diesem Bereich, der nicht hätte besser zu mir passen können, weiß ich, dass Hilfe und Unterstützung für alleinstehende Flüchtlinge besondere Aufmerksamkeit benötigt. Die Spendengelder, die während meines Lauf nach Berlin zusammenkommen, sollen den von ASB betreuten Kindern und Jugendlichen zukommen.“

 

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